heute mal wieder was aus der Sparte "Persönlich"... Und zwar möchte ich Euch heute ein bisschen was zu meiner Musik erzählen: Wieso ich Musik mache, wieso ich sie so mache wie ich sie eben mache und überhaupt was mir gleich noch interessantes (oder weniger interessantes) dazu einfällt.
Also zunächst ein mal etwas allgemeines Bla Bla:
Ich hab auf meiner "Über mich" Seite schon angerissen wie das mit der Musik und mir so ist, aber ich geh kurz nochmal drauf ein. Also gesungen hab ich schon als kleines Kind gerne und im Gegensatz zu vielen anderen Kindern war das kein niedliches, super falsches und schiefes Rumgegröle das die stolzen (oder peinlich berührten) Eltern mit der damals noch sehr klobigen und mit einem echten Film versehrten Videokamera festgehalten haben, nein, ich hab als Kind gut gesungen. Kinderlieder, klar, aber die waren sauber. ;) Meine Mutter fand das Klavierspielen immer toll und hat damit früher selbst mal angefangen, konnte aber nicht lange spielen, weil wenige kinder im Ort und der Umgebung vorhanden waren und die Kehrerin so irgendwann das Weite gesucht hat. da mein Onkel bis heute mit Musik sein Geld verdient (Keyboard und Trompete - als Lehrer und in einer Big Band) wurde ich ziemlich fix zum Tasteninstrument geführt. Erst fing ich mit klassischem Klavierspielen an... Das war in der 4. Klasse und als auch meine Lehrerin sich verkrümelte kam ich zu meinem Onkel in den Schulkeller. Da bin ich dann auf Keyboard umgestiegen. Für alle nicht-Kenner: Klavier heißt beide Hände spielen was völlig anderes zu unterschiedlichen Zeiten und beim Keyboard spielt man rechts meistens die Melodie und mit der linken Hand nur Akkorde. Also 2 oder drei Finger tippen gleichzeitig auf ein paar Tasten. So! :)
Das hab ich dann bis zur 10. Klasse durchgezogen. Mit mehr oder weniger (eher weniger) Erfolg. ich hab schnell gemerkt, dass das Tasteninstrument nicht so meins ist. Aber wie man das so macht als Kind, man lebt die Träume der Eltern. Und wenn Mom stolz auf einen ist und die Familie es schön findet wenn man Weihnachten ein par Lieder spielen kann, dann quält man sich da durch.
Irgendwann hab ich mir aber ein Herz gefasst und gesagt dass mir das keinen Spaß macht und ich damit aufhören will. Das was ich schon immer machen wollte, war Gitarre spielen... und 2010 hat mein Onkel mir die Gitarre, die ich irgendwann mal von meiner Cousine bekommen hab (weil die nicht mehr spielt) fertig gemacht. Sie war super alt und verzogen und hatte ne Generalüberholung nötig. Das war um meinen Geburtstag rum und ich hab mich mega gefreut. ein paar Monate später - Februar 2011 oder so - hab ich dann angefangen mir selbst das Spielen bei zu bringen. Akkrode lernen mit Büchern und dann irgendwann Schlagmuster und schließlich irgendwelche Songs. 2012 war dann ein sehr einschneidendes Jahr für mich - es hat mir quasi das Herz rausgeschnitten und ab da schreib ich auch meine eigenen Lieder. Ausschließlich in Deutsch. Nicht weil ich Englisch nicht kann (ganz im Gegenteil - ich spreche auch passables Französisch und etwas spanisch) sondern weil das meine Muttersprache ist und ich die deutsche Sprache liebe.
Das ist jetzt schon ein paar Jahre her und mittlerweile gebe ich selbst Konzerte, spiele auf Vernisagen, Parties und Hochzeiten. Meine eigene Musik ist fast immer traurig. Dafür gibt es an und für sich 3 Gründe. Der erste ist, dass ich über Themen schreibe die mich bewegen oder mich bewegt haben und die sind meistens traurig. Außerdem mache ich ja keine Musik um die Menschen... einfach nur zu unterhalten. Ich will auch niemanden belustigen. Ich will auch die Menschen, die mir zuhören, berühren und bewegen - und das ist eigentlich auch schon der zweite Grund. Ich will dass sie Gänsehaut bekommen! Nicht mal unbedingt weil sie meine so Stimme toll finden, sondern weil sie mitfühlen können, was ich empfunden habe.
Der dritte Grund ist der, bei dem ich wohl das wenigste "Mitbestimmungsrecht" habe. Ich schreib auch fast ausschließlich traurige Texte weil es mir unglaublich schwer fällt über Dinge zu schreiben die mich gefreut haben. Zunächst ist es einfach schwierig Songs zu schreiben, wenn es einem gut geht (denn die besten Songs schreibt man, wenn es einem richtig dreckig geht) und zum anderen fällt es mir auch unglaublich schwer aus den positiven Dingen, die einem das Leben bietet etwas kreatives zu machen. Sachen die bei mir gut laufen, die laufen bei anderen wahrscheinlich nicht weniger gut. Und, mal abgesehen davon, dass ich immer der Meinung bin für die super guten Ereignisse - wie den Traummann z. B. - nie Worte finden zu können, die auch gut genug sind, werden die Menschen diese Gefühle kennen. Sich gut zu fühlen fühlt sich immer gut an. Leid hingegen ist, wie ich schon so oft gesagt habe, individuell. Schmerz ist immer schlimm, sicher, aber er fühlt sich für jeden anders an. Ganz egal ob es brennt wie die heiße Bleikugel die einem viel zu tief in der Brust steckt, sticht wie das allseits bekannte Messer im Rücken oder einem einfach nur die Luft zum Atmen raubt... es ist scheiße. Und auch das verlangt gefühlt zu werden.
Und um jetzt darauf zu kommen wem ich meine Musik zeige möchte ich gern ein altes lateinischen Sprichwort zitieren.
Geteiltes Leid ist also halbes Leid?! Na ob das so richtig ist? (Ich schweife kurz etwas ab...)
Mal abgesehen davon, dass das was da auf Latein wirklich steht nicht "Geteiltes Leid ist halbes Leid" heißt, sondern korrekt übersetzt "Es ist ein Trost für die Unglücklichen Leidensgefährten zu haben." wird das Leid das man empfindet nicht um die Hälfte gemindert nur weil man anderen davon erzählt oder vorsingt. Wenn man großes Glück hat, wird es allerhöchstens für einen kurzen Moment etwas erträglicher und das Brennen und Stechen oder die drückende Schwere auf der Brust schmerzen nicht mehr so sehr.
Es macht einen riesen Unterschied mit wem man sein Leid teilt. Man hört ja öfter, dass es leichter ist mit Außenstehenden über seine Probleme und seinen Kummer zu sprechen als mit Freunden oder gar der Familie. Mit der Musik ist das alles schon etwas leichter, weil man seine Geschichten einfach besser verpacken kann. Dennoch ist es was anderes vor Fremden zu spielen, die einen selbst und die eigene Geschichte nicht kennen, oder vor seiner Familie, die alles live mit erlebt hat. Man ist einfach man selbst und kann sich nicht hinter dem verstecken was man singt.
Für mich war es zum Beispiel auch unglaublich schwierig meinen ersten Song vor meinen Eltern und dem Rest der Familie zu spielen. Es ging um meine zerbrochene Liebe und weil es mir deswegen zum ersten Mal wirklich schlecht ging, war das Lied dementsprechend traurig. Ich mein, mal ganz im Ernst: Keiner von denen steckt drin. Keiner weiß was man empfindet weil - zum 1000. - Mal Schmerz individuell ist und ich glaube wenn meine Mutter nur im Ansatz wüsste was ich hier so schreibe und manchmal so denke, dann hätte sie ein von Grund auf anderes Bild von mir. Manchmal hab ich wirklich das Gefühl die denken ich würde überhaupt nichts fühlen, nur weil ich nicht über so manches sprechen will.
Und dann kommt die Musik!
Man steht auf der Bühne, groß oder klein, und singt seine Lieder und die Menschen sind begeistert und wissen nicht was hinter den Worten steckt. Klar, sie hören die Geschichte aus den Strophen, aber sie wissen nicht um jede einzelne Träne die auf dem Papier vergossen wurde, nicht um die unzähligen Taschentücher, die man in der Wohnung (vollgerotzt und) verteilt hat.
Dieses erste Lied kann ich heute tränenfrei spielen. "Der nächste Song ist von mir. Es ist ein Lied über die Liebe, ein trauriges Lied" - aber dennoch vermeide ich es. Ich spiele lieber vor Leuten, die mich nicht so gut kennen, dass sie über mich urteilen könnten und ich denke, ich bin nicht die einzige der es so geht.
Und um jetzt darauf zu kommen wem ich meine Musik zeige möchte ich gern ein altes lateinischen Sprichwort zitieren.
"Solamen est miseris socios habuisse molorum."
Geteiltes Leid ist also halbes Leid?! Na ob das so richtig ist? (Ich schweife kurz etwas ab...)
Mal abgesehen davon, dass das was da auf Latein wirklich steht nicht "Geteiltes Leid ist halbes Leid" heißt, sondern korrekt übersetzt "Es ist ein Trost für die Unglücklichen Leidensgefährten zu haben." wird das Leid das man empfindet nicht um die Hälfte gemindert nur weil man anderen davon erzählt oder vorsingt. Wenn man großes Glück hat, wird es allerhöchstens für einen kurzen Moment etwas erträglicher und das Brennen und Stechen oder die drückende Schwere auf der Brust schmerzen nicht mehr so sehr.
Es macht einen riesen Unterschied mit wem man sein Leid teilt. Man hört ja öfter, dass es leichter ist mit Außenstehenden über seine Probleme und seinen Kummer zu sprechen als mit Freunden oder gar der Familie. Mit der Musik ist das alles schon etwas leichter, weil man seine Geschichten einfach besser verpacken kann. Dennoch ist es was anderes vor Fremden zu spielen, die einen selbst und die eigene Geschichte nicht kennen, oder vor seiner Familie, die alles live mit erlebt hat. Man ist einfach man selbst und kann sich nicht hinter dem verstecken was man singt.
Für mich war es zum Beispiel auch unglaublich schwierig meinen ersten Song vor meinen Eltern und dem Rest der Familie zu spielen. Es ging um meine zerbrochene Liebe und weil es mir deswegen zum ersten Mal wirklich schlecht ging, war das Lied dementsprechend traurig. Ich mein, mal ganz im Ernst: Keiner von denen steckt drin. Keiner weiß was man empfindet weil - zum 1000. - Mal Schmerz individuell ist und ich glaube wenn meine Mutter nur im Ansatz wüsste was ich hier so schreibe und manchmal so denke, dann hätte sie ein von Grund auf anderes Bild von mir. Manchmal hab ich wirklich das Gefühl die denken ich würde überhaupt nichts fühlen, nur weil ich nicht über so manches sprechen will.
Und dann kommt die Musik!
Man steht auf der Bühne, groß oder klein, und singt seine Lieder und die Menschen sind begeistert und wissen nicht was hinter den Worten steckt. Klar, sie hören die Geschichte aus den Strophen, aber sie wissen nicht um jede einzelne Träne die auf dem Papier vergossen wurde, nicht um die unzähligen Taschentücher, die man in der Wohnung (vollgerotzt und) verteilt hat.
Dieses erste Lied kann ich heute tränenfrei spielen. "Der nächste Song ist von mir. Es ist ein Lied über die Liebe, ein trauriges Lied" - aber dennoch vermeide ich es. Ich spiele lieber vor Leuten, die mich nicht so gut kennen, dass sie über mich urteilen könnten und ich denke, ich bin nicht die einzige der es so geht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen